Als junges Mädchen heiratete eine Inderin namens Petchiammal. Sie war kaum 20 und schien ein langes und glückliches Leben vor sich zu haben. Aber leider war die Realität nicht so.

Nur zwei Wochen nach der Hochzeit starb ihr Mann an einem Herzinfarkt. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits schwanger, und schon damals musste sie darüber nachdenken, wie sie sich und ihrer Tochter ein normales Leben ermöglichen konnte.

Frau Petchiammal. Quelle: wday.com

Schon bald nach der Geburt suchte Petchiammal einen Job, um über die Runden zu kommen. Sie schaffte es, auf dem Bau, in Cafés, Hotels und Teehäusern zu arbeiten.

Aber es war schwer für die junge Frau, allein in Indien zu leben und ein Kind aufzuziehen. Trotz ihrer regelmäßigen Arbeit erhielt sie nur einen Hungerlohn. Es reichte kaum aus, um ihre Tochter und sich selbst zu ernähren.

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Darüber hinaus war die junge Mutter ständigen Schikanen und Drohungen ausgesetzt: "Eines Tages kam ich spätabends von der Fabrik zurück, als ein Lastwagen in der Nähe anhielt. Der unbekannte Mann wollte, dass ich in den Lastwagen steige und mit ihm fahre, aber ich weigerte mich. Ich hatte Glück - er fluchte, fasste mich aber nicht an und fuhr davon."

Der Vorfall erschreckte sie so sehr, dass sie wusste, dass sie nicht mehr weitermachen konnte.

Frau Petchiammal. Quelle: wday.com

Nach einer Weile ging Petchiammal in die Stadt, wo sie ihr langes Haar abschnitt. Danach wechselte sie von einem Sari zu einem Hemd und einer nationalen Hose und änderte ihren Namen in den eines Mannes und nannte sich Muthu. Nun waren sie und ihre Tochter bereit, ein neues Leben zu beginnen, allerdings nicht mehr zu Hause, sondern an einem neuen Ort.

Nach dem Umzug arbeitete Petchiammal weiter: "Ich habe alle möglichen Arbeiten gemacht: Wände gestrichen, Tee verkauft, Tortillas gebacken. Alles Geld, das ich verdiente, diente dazu, meiner Tochter ein komfortables Leben und Schutz zu bieten", sagte sie. Nur enge Verwandte wussten, wer sie wirklich war.

Überraschenderweise hat seit mehr als drei Jahrzehnten niemand mehr ihr Geheimnis gelüftet. Jetzt, da ihre Tochter erwachsen, verheiratet und selbst Mutter geworden ist, braucht sich die Frau nicht mehr zu verstecken. Doch Petchiammal ist klar, dass sie mit 57 Jahren nicht mehr in ihr altes Leben zurückkehren kann.

Frau Petchiammal. Quelle: wday.com

Ihre Geschichte verblüffte die Menschen in Indien, aber sie hat sich an das neue Aussehen gewöhnt. Sie gesteht, dass sie bereit ist, für den Rest ihres Lebens Muthu zu bleiben, denn dieser Name hat ihr zu einem ruhigen Leben verholfen.

Quelle: wday.com

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